
«In meinem Haus leben 10 Kinder, zu denen ich alleine schauen muss. Dabei bin ich schon 47 Jahre alt. Vier von ihnen haben beide Eltern wegen Aids verloren. Zum Glück konnte ich mit Hilfe von Reach the Child (CO-OPERAID Partner-NGO) eine Hühnerzucht starten.
Ich wollte eine Hühnerzucht, weil das wenig Platz braucht, weil die Tiere widerstandsfähig sind, und weil es eine grosse Nachfrage nach Hühnern und besonders nach Eiern gibt.
Ich bin in einen Kurs gegangen, wo ich alles über die Hühnerzucht erfahren und auch Buchführung gelernt habe. Danach habe ich 12 Hennen und einen Hahn erhalten und dazu Hühnerfutter. Heute habe ich 25 Hennen. Ich verkaufe einen Teil der Eier und behalte den anderen Teil zur Aufzucht von noch mehr Hühnern.
Die Nachfrage nach Eiern ist grösser als das Angebot. Ich verkaufe einen Karton Eier für 6000 Schilling (SFr. 3.70). Ich sitze jeweils mit meinen Kindern zusammen und wir entscheiden, wie viele Eier wir für uns behalten, entweder zum Essen oder zur Aufzucht. Zu Weihnacht haben wir zwei Hennen verkauft. Eine dritte war unser Weihnachtsessen. Die Kinder helfen mir immer bei der Arbeit. Darum will ich, dass sie auch die Früchte ihrer Anstrengungen geniessen können.
Mit dem verdienten Geld kann ich alles Notwendige für den Haushalt kaufen, dazu Schulmaterialien, Schulgebühren und Transportkosten für die Kinder bezahlen. Auch Medikamente und Impfungen können wir uns leisten.
Den Hühnerkot brauche ich als Dünger im Bananen- und Gemüsegarten. Meine Hühnerzucht ist jetzt zu einem Modell in unserer Gemeinde geworden. Es kommen oft Leute hierher, denen ich meine Zucht zeige. Weil es so gut geht, habe ich zusätzliche Unterstützung erhalten und mit der Haltung von Schweinen begonnen. Ich konnte schon einen Schweinestall bauen.
Der Lebensstandard meiner Familie hat sich stark verbessert. Das wurde nur möglich, weil ich ins Familienhilfe-Programm von RTC aufgenommen wurde.»
Betty Kalule, Nsangi, Uganda